[Review/Bautagebuch] Cobi 4823 Prinz Eugen

LJ76
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[Review/Bautagebuch] Cobi 4823 Prinz Eugen

Beitrag von LJ76 »

Hersteller: Cobi
Set-Nr.: 4823
Reihe: Historical Collection - World War II
Modell: Prinz Eugen Heavy Cruiser
Teile: 1790

Dann trau‘ ich mich mal an mein erstes kleines Bautagebuch. Vorweg: bin absoluter Neuling, da ich erst vor ca. fünf Monaten mit Klemmbausteinen begonnen habe. Insofern bitte ich um Nachsicht, wenn mir die Bezeichnungen für Steine und Bauarten nicht alle geläufig bin. Korrekturen/Aufklärung in dieser Hinsicht sind willkommen!

Zunächst etwas Historie: Die Prinz Eugen war ein schwerer Kreuzer der Admiral-Hipper-Klasse mit einer etwas kuriosen Geschichte. Nach dem Stapellauf 1938 nahm das Schiff im Krieg an mehreren bedeutenden Unternehmen im Atlantik teil, wie z.B. dem Unternehmen Rheinübung zur Störung des britischen Nachschubs oder dem Unternehmen Cerberus. Sie war eines der wenigen Schiffe der deutschen Kriegsmarine, das den Krieg überlebte. Zunächst ging es an die Briten, dann aber per Losentscheid an die Amerikaner. Die brachten den Kreuzer wiederum zum Bikini-Atoll, wo sie Atombombenversuchen (jawohl, Mehrzahl!) ausgesetzt wurde, welche das Schiff vergleichsweise unbeschadet überstand. Nach einigen Monaten zeigten sich allerdings doch Schäden, sodass die Prinz Eugen schließlich gegen Ende des Jahres 1946 kenterte. Bis heute liegt das Schiff - teils aus dem Wasser ragend - im Kwajalein-Atoll. Bergungsversuche wurden jedoch aufgrund der hohen Verstrahlung abgebrochen.

So, nun zum Set. Wer die Schiffe von Cobi kennt, weiß, dass es den Polen immer wieder gelingt die Bauweise abzuändern, damit keine Langeweile aufkommt wenn man bereits mehrere ihrer Schiffe gebaut hat. So auch hier. Baut man bei den meisten Cobi-Schiffen zunächst jeweils separat Bug und Heck und fügt diese dann zusammen, beginnt man hier zum ersten Mal mit dem Mittelteil:
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Bug und Heck werden im späteren Verlauf aus je zwei größeren Elementen gebaut und dann jeweils von links und rechts an den Mittelteil angedockt.

Wie immer bei Cobi-Schiffen gibt es eine Baurichtungsumkehr-Party, so z.B. hier:
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Ungewöhnlich ist, dass während des Rumpf-Baus bereits ein guter Teil der Aufbauten mit fertiggestellt wird. Normalerweise wird fast alles, was sich an Deck befindet erst nach Fertigstellung des Rumpfes aufgesetzt.

Auch ein paar (zumindest mir) neue Steine gibt‘s: eine zweier Plate-Modified mit Noppen an der Seite:
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Gibt‘s die von anderen Herstellern auch? Hier dann des Rätsels Lösung, also die Frage nach dem Sinn dieser Plates. Sie ermöglichen einen äußerst schlank zulaufenden Bug:
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Die Seitenteile werden wieder separat und teils großflächig gebaut und dann an den Seiten des Körpers angebracht. Hier das Schiff nach Ende von Bauabschnitt zwei (von insgesamt fünf):
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Die Klemmkraft ist wie immer monströs. Selbstverständlich habe ich Depp mich einmal verbaut und mir dann fast die Fingernägel herausgehebelt um den Fehler zu korrigieren (die Lego Teiletrenner bringen bei Cobi ja leider nix). Massiv ist der Knüppel ebenfalls wieder. Aufgrund der schlanken Form kommt die Prinz Eugen daher insgesamt als bislang realistischster Baseballschläger-Ersatz von Cobi daher.

Insgesamt soweit wiederum ein toller, spannender Bau. Obwohl dies bereits mein siebtes Schiff von Cobi ist, kam bislang aufgrund der oben genannten Gründe keinerlei Langeweile auf. Auch die Anleitung lässt keine Fragen offen. Vorsicht aber bei etwas linken Dingern, wo ein größerer, separat gebauter Teil an den Rest angedockt wird und dann im gleichen Schritt zusätzlich noch in einer völlig anderen Ecke des Schiffs ein einzelner kleiner Stein angebracht werden soll. Sowas übersehe ich immer wieder gerne. :wallbash:

Morgen dann mehr...
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OldUser4
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Re: [Review/Bautagebuch] Cobi 4823 Prinz Eugen

Beitrag von OldUser4 »

Danke für deinen Review!
Diese Plate mit Noppe gibt es von Mega Construx & Sembo aber da ist die Noppe auf 2 Plates in der Mitte und lässt sich damit anders verbauen. D.h. entweder packt man oben oder unter eine Plate drauf und bei den 2 Plates ist sie dann genau in der Mitte und diese Plate modified ist daher überstehend. Das von Cobi hab ich noch nie gesehen, aber die Noppe scheint nach oben und unter überzustehen. Spannend!

LJ76
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Re: [Review/Bautagebuch] Cobi 4823 Prinz Eugen

Beitrag von LJ76 »

Weiter geht‘s (bzw. zum Ende geht‘s).

Das Schiff nach Bauabschnitt 3. Das Heck wurde hinzugefügt:
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Zum ersten Mal gab es Probleme mit der Klemmkraft, völlig untypisch für Cobi. Ein paar Slopes am Heck sitzen vergleichsweise locker. Da ich das Ding in die Vitrine stelle (möglichst bevor es mein Kleiner sieht), macht das nix aus.

Drucke und immer wieder Drucke. Es ist unglaublich, was die Damen und Herren anstellen, damit der Gesamteindruck stimmt. Hier einige Beispiele:
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Nun meine Top 5 der Cobi-Grausamkeiten:

Auf Platz 5: Panzerketten.
Platz 4 geht an die 104 Fenster/Bullaugen der Titanic.
Platz 3 geht ebenfalls an die Titanic für die Leitungen und Vertäuungen.
Platz 2: Ankerketten. Wie ich die Dinger hasse. Gut, deutlich besser als Aufkleber. Dennoch.
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Und der wohlverdiente 1. Platz geht an die absolute, Fingerkuppen zermürbende Pest: die kleinen Kanonenrohre an den Schiffsgeschützen. Irgendwie bin ich froh, die Yamato nie bekommen zu haben, denn da sind gefühlt 512 dieser kleinen Biester dran.
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LJ76
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Re: [Review/Bautagebuch] Cobi 4823 Prinz Eugen

Beitrag von LJ76 »

Ebenfalls neu für mich: eine (mögliche) Farbabweichung:
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Die 2x2er sollte eigentlich weiss sein (nicht jedoch die 1er an der Seite). Vielleicht aber auch nur in Polen in die falsche Tüte gegriffen?

Hier aber nun das fertige Schiff:
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Windschnittig, schlank und irgendwie elegant (wenn man das bei einem Kriegsschiff so sagen kann). Ich frage mich, weshalb nur Cobi solche Schiffe hinbekommt. Selbst überdimensionierte MoCs mit weitaus mehr Steinen und in deutlich größerem Maßstab bekommen einen solchen Rumpf nicht hin.

Außerordentlich gut gefällt mir auch, wie man versucht hat die Atlantik-Tarnung in den Aufbauten fortzusetzen:
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Bei der Tirpitz wurden hierfür noch Aufkleber verwendet, bei den späteren Schiffen hat man‘s gleich ganz gelassen. Hier aber ist es ihnen mit teilbedruckten Steinen ziemlich gut gelungen. Schön!

Seit einiger Zeit wird auch versucht, durch seitlich gelegte Platten eine Beplankung zu simulieren. Netter Trick:
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Aber auch einen Abzug in der B-Note gibt es. Der Atlantikbug ist nur mit ein paar Noppen angebracht und ist entsprechend instabil:
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Ob man das nicht hätte besser lösen können?

Alles in allem aber überwiegen die positiven Aspekte bei weitem. Hat wieder riesigen Spaß gemacht, vor allem auch wegen der abwechslungsreichen Bauweisen. Ich finde es immer spannend, wenn man irgendein Element baut, von dem man erst nach vielen Bauschritten erkennt, was es werden soll, und das machen die bei Cobi wirklich gern. Entspannt ist der Bau auch, weil außer den Farben, die man außen sieht keine andere im Schiff verbaut ist. Bei den ersten Schiffen gab es noch gelbe und blaue Steine, um den Rumpf von innen stabilisieren. Darauf verzichtet man nun glücklicherweise.

Leider wird es das aber nun erst einmal mit Cobi -Schiffen für mich gewesen sein. Die kommende HMS Belfast gefällt mir nicht so sehr, deswegen lasse ich die wohl aus (außer, ich finde sie irgendwo weit unter Liste). Erst, wenn Ende des Jahre das Patrouillenboot PT109 im Maßstab 1:35 und mit JFK an Bord kommt, werde ich wohl wieder zuschlagen.
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Xeon667
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Re: [Review/Bautagebuch] Cobi 4823 Prinz Eugen

Beitrag von Xeon667 »

Danke für das Review. ich freu mich schon auf meine. Aber auch hier werde ich paar Formteile (Beiboote und Ar196) wenn es geht durch Noppenbauten ersetzen. Aber ich glaub das ist zur Zeit das beste Schiff von Cobi was sie jemals gebaut ham. Allein weil sie die Tarnung durchgezogen ham

LJ76
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Re: [Review/Bautagebuch] Cobi 4823 Prinz Eugen

Beitrag von LJ76 »

Ja, das ist bei Cobi immer so eine Glaubensfrage. Mir gefallen die Formteile sehr gut, da sie das Ganze realistischer machen. Für richtigen Modellbau fehlt mir einfach die Fingerfertigkeit was die Bemalung angeht (und die Geduld). Cobis Weg des Modellbau mit Klemmbausteinen finde ich da einen gelungenen Kompromiss.

Die Arado (bzw. ein reguläres Flugzeug) ist bei der normalen Edition übrigens auch gar nicht dabei. Die gibt es nur bei der Limited Edition.

Ich finde auch, dass die Prinz Eugen eines der besten Schiffe von Cobi bislang ist. Ich würde mir fast wünschen, dass sie ältere Modelle wie die USS Missouri noch einmal komplett überarbeiten und neu veröffentlichen, damit sie auf dasselbe Niveau angehoben werden.

Brixx
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Re: [Review/Bautagebuch] Cobi 4823 Prinz Eugen

Beitrag von Brixx »

Hallo!

Die Prinz Eugen ist mein erstes Modell von Cobi, bisher bin ich begeistert und von daher wird es sicher nicht mein letztes Modell von ihnen sein.

Meine Frage an die Cobi Profis: Da kein Katapultflieger dabei ist, wo bekomme ich hier das richtige Formteil her oder wie kann man sich eines einfach aus Steinen bauen?

Mfg

Xeon667
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Re: [Review/Bautagebuch] Cobi 4823 Prinz Eugen

Beitrag von Xeon667 »

Entweder von Cobi direkt https://cobitoys.de/einzelteile/nano-flugzeuge/

Ich hab einfach die Anleitung der Bluebrixx Version genommen und es nachgebaut. Sieht deutlich besser aus. Ich mag die Formteilflieger ned. Der Propeller ist aber ned schlecht^^

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