[Review] 20005 - Mercedes Benz Arocs

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SFeichtenboeck
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[Review] 20005 - Mercedes Benz Arocs

Beitrag von SFeichtenboeck » vor 7 Monate

Servus zusammen!

Da ich hier im Forum noch kein (größeres) Review zum 20005 Arocs gefunden habe, möchte ich mal eins reinstellen.
Für alle, die nicht so gerne lesen: ganz unten steht eine kurze Zusammenfassung.
Fragen und Anregungen dazu gerne an mich per PN!

Kauf und Versand:
Gekauft bei Aliexpress (Gelida-Store, weil bei YOURWOBB leider ausverkauft)
Kaufdatum: 16.01.19
Versand am: 18.01.19 per „Fedex-IE” mit Tracking über Yuntrack.com / ab Deutschland per DHL
Angekommen am: 31.01.19 (=15 Tage; angegeben war 18-28)
Zoll: keine Probleme

Kontakt von Gelida-Store (Mitarbeiter nennt sich "Nikki") war sehr freundlich und ich wurde gut über den Status meiner Bestellung auf dem Laufenden gehalten. Netter Kerl (oder nettes Mädel…), hab‘ mit ihm/ihr ausgemacht, daß wir mal ein TsingTao trinken gehen, falls ich wieder mal nach Shenzhen komme ;-)

Inhalt:
Das Packerl kam (China-typisch) seeeehr komprimiert, aber unbeschädigt bei mir an. Einzig die Anleitung hat etwas gelitten. Die Aufkleber waren jedoch i.O.
eingepackt.jpg
anleitung.jpg
sticker.jpg
Insgesamt waren es 47 Tüten. Nicht nach Bauabschnitten, sondern grob nach Teiletypen sortiert. Erleichtert zwar das Suchen während des Aufbaus, bzw. es minimiert das vorsortieren, leider hat man dann aber immer die volle Teileanzahl aufm Tisch rumstehen, was doch etwas Platz braucht. Letztendlich waren’s zusammengefasst dann 20 Schüsseln und 8 Becher.
Ausgepackt.jpg
los.jpg

Als erstes habe ich mir mal die Pins zum Testen vorgenommen, da diese ja bekanntlich eine der Schwachstellen der Technics-Sets von Lepin sind.
- die schwarzen 2er Pins halten zu 100% wie die originalen, hier ist keinerlei Unterschied festzustellen
- die blauen 3er Pins halten gefühlt etwa 60-70%. Wird sich, denke ich mal, früh in der Bauphase herausstellen, ob die bei Bricklink nachbestellt werden müssen
- die blauen 2er Achsen-Pins halten auf der Pin-Seite zu 95%, auf der Achsen-Seite zu 80% wie die originalen, dürfte also beim Bauen kein Problem werden
- die 3er Pins mit Stop-Bush halten auf beiden Seiten wie die Originalen
- die Achsen-Pin-Konnektoren halten auf der Achsen-Seite zu 95% wie die Originalen
quali.jpg
Powerfunctions / Pneumatik:
- Motor läuft ohne Probleme und in normaler Lautstärke; anfangs ist an der Vorderseite minimal Schmierfett ausgetreten. Ist jetzt aber weg
- Batteriebox wirkt etwas klappriger, die beiden Abdeckungen schließen nicht so satt wie die originalen, ansonsten aber nix zu bemängeln
- Pneumatik-Zylinder sind soweit dicht
- Linear-Aktuator läuft sauber und spielfrei

Allgemeine Teilequalität:
Ab und an mal ein klein wenig scharfkantig und vereinzelt steht mal ein kleiner Grat über, aber ansonsten gibt‘s nix zu meckern. Die längeren Liftarme sind alle schurgerade und bis jetzt habe ich noch keine defekten Teile gefunden. Nur minimale Kratzspuren auf den Teilen, nix besonderes.
Schade: die Reifen haben auf den Außenseiten leider keine Beschriftung und die Oberfläche ist leider etwas „unförmig“. Die Reifen eiern aber nicht, wenn man sie auf die Felgen aufzieht.
reifen.jpg
Die Fertigungstoleranzen schwanken bei einigen Teiletypen drastisch. Mal sehen, ob ich damit das Teil vernünftig zusammengebaut bekomme...
toleranzen.jpg
Anleitung:
Wie schon erwähnt aus Platzmangel etwas verknittert und leider von der Farbwiedergabe nicht so ganz das Gelbe vom Ei. Ich denke, da wird ab und zu auch mal die digitale von Lego herhalten müssen (Nachtrag: nein, hat nicht herhalten müssen. Zwar waren die Farben manchmal etwas seltsam, aber niemals unlogisch. Keine Probleme also)
Insgesamt sind's 309 Seiten. Die Gesamtzahl der Bauschritte lässt sich schwer ermitteln, da Lepin die Bauschritte irgendwie unlogisch nummeriert.
Schade ist, daß am Ende keine Gesamtübersicht der Verbauten Teile mit drin ist. Ich nehme die immer gerne her zum Nachzählen, ob alles da ist.


Los geht's...


Bauabschnitt 1 Vorderachsträger:
Die blauen 3er Pins halten trotz geringerer Klemmkraft doch ausreichend, um problemlos das Set aufzubauen. Momentan noch kein wirklicher Bedarf diese zu ersetzen.
Die Zylinderblöcke des Motors sind leider elend krumm gespritzt und ziemlich gratig. Hier hab' ich einiges mit Schmirgelpapier nacharbeiten müssen. Der Motor lief anfangs seeeeehr hakelig, hat sich aber dann irgendwie im Laufe des Bauens von selbst erledigt, läuft jetzt eigentlich ziemlich gut.
Die Aufnahmen für die Radachsen hab' ich durch originale getauscht, weil sonst die Lenkung viel zu schwergängig gewesen wäre. Auch den grauen Pin mit Kugelkopf habe ich mit Schleifpapier nacharbeiten müssen, sonst wäre die Verbindung zum Gegenstück viel zu fest gewesen.
Wegen schwankender Fertigungstoleranzen der Teile müssen oft Teile paarweise aufeinander abgestimmt werden. Bis jetzt laufen aber alle Funktionen ohne Probleme und vom Set fällt nichts ab.
Fleißarbeit: die Kardangelenke müssen noch zusammengebaut werden. Kurzer nervöser Moment, ob was abbricht. Lief aber alles glatt, bis auf die Tatsache, daß mir das Mittelteil gefühlt 500 mal aus den Fingern geschnippt ist…
BA_1.jpg
BA_1-2.jpg
BA_1-1.jpg
Kardan.jpg
Bauabschnitt 2 Schaltzentrale:
Die beige-farbigen 20er Zahnräder habe ich an den Stirnflächen beidseitig mit Schmirgelpapier abgeschliffen. Hier haben teilweise leichte Grate und kleinere Gussfehler dazu geführt, daß die Drehbewegungen immer leicht hakten.
Zusammenbau an sich lief sehr gut, nur irgendwo habe ich noch etwas zu viel Reibung. Wenn ich die Kupplung auf die Pumpe umschalte, läuft immer leicht der Antrieb für den Linear-Aktuator mit.
Die Führungsschienen der Stütze haben auch leicht geklemmt. Die rote Führung für den Auszug fällt hier in der Mitte etwas zusammen. Damit klemmt die rote 2er Achse, wenn der Arm ausgefahren wird. Ein leichtes abschleifen der äußeren Flanken an der 2er Achse schafft schnell Abhilfe.
Ansonsten passt alles gut zusammen, und das Getriebe läuft soweit ohne Mucken.
BA_2.jpg
BA_2-1.jpg
BA_2-2.jpg
Bauabschnitt 3 Hinterachsträger:
Gleiches Problem hier mit den beige-farbigen 20er Zahnrädern. Außerdem machen mir hier die Fertigungstoleranzen der Achse / Pin-Konnektoren (L3go-Nr. 63869) ziemlich zu schaffen.
Die Abgänge der Differenziale sind dadurch so verspannt, daß sich die Achsen nichtmehr drehen würden. Hab kurzerhand die Bohrungen der hellgrauen Achse / Pin-Konnektoren (L3go-Nr. 32184) mit dem Akkuschrauber um 0,2mm aufgebohrt. Läuft jetzt einwandfrei.
DIFF.jpg
Auch bei den kleinen 12er Kegelrädern in den Differenzialen mussten die Achsbohrungen etwas nachgearbeitet werden, sonst hätte das Diff gehakelt.
Der Rest der Mechanik funktioniert tadellos. Immer wieder schön zu sehen mit welcher technischen Raffinesse der Aufbau der Achsträger mit Federung gestaltet ist.
BA_4.jpg
BA_4-1.jpg
Bauabschnitt 4 Schwenkarm:
Großer Schlauchsalat, aber schön aufzubauen. Die Schläuche lassen sich sehr gut auf die Ventile und Zylinder aufstecken, sind aber allesamt um ca. 10-15mm zu lang. Zwar besser als zu kurz, liefert aber gerne mal unnötige Schlaufen. Auf angegebene Länge kürzen, dann sieht‘s auch vernünftig aus.
Das rot wirkt auf meinen Fotos etwas knalliger als das vom Original, in Wirklichkeit aber kein Unterschied erkennbar.
BA_5.jpg
Bauabschnitt 5 Fahrerkabine:
Schön: der Print auf dem Armaturenbrett. Nicht schön: der Mercedes-Stern ist genau um, 90° verdreht aufgedruckt. Darf nicht passieren...
Auch die beiden kleine Außenspiegel und die kleine Flügen an den Ecken der Front flattern nur lose rum. Sieht einfach nur doof aus, wenn alles so rumbaumelt.
Da hier nichts mehr mit bewegten Teilen oder Zahnrädern verbaut ist, merkt man nur noch an den ab und zu etwas scharfkantigen Teilen, daß man nicht mit dem dänischen original baut.
Wie schon gesagt, die manchmal etwas geringere Haltekraft der Pins, tut nach wie vor beim Bauen nichts zur Sache. Es fällt definitiv nirgends was ab.


Bauabschnitt 6 Ladefläche:
Paneele, Liftarme, Pins. Da kann man nicht viel falsch machen. Passt alles und zusammengebaut sieht der Benz dann einfach toll aus.
(Bis auf den dämlichen Mercedes-Stern. Also echt jetzt...)
fertig.jpg
[BILDER]


So sieht's fertig aufgebaut aus:
Die Mechanik funktioniert tadellos. Der 6-Zylinder-Reihenmotor hat sich, wie schon erwähnt während des Aufbaus irgendwie selbst "justiert" und läuft schön leise klackernd, angetrieben von den beiden Hinterachs-Differentialen, vor sich hin.
Das Konstrukt der Radaufhängung mit Federung und Differentialen funktioniert prima. Das Gewicht des fertigen Modells blendet die minimalen Ruckeleien im Differential komplett aus. Der L-Motor summt gemütlich vor sich hin und treibt alles gut an. Ladefläche kippen, Greifarm schwenken, Stützen ausfahren... alles wunderbar.
Man muss nur etwas vorsichtig sein, da die Rutschkupplung viel zu streng eingestellt ist. Eigentlich kein Unterschied zu einem normalen, starren 24er Zahnrad. Hier knackt es doch schon mal ganz ordentlich, wenn man die Endlage überfährt.
Falls hier jemand weiß, ob man die Rutschkupplung nacharbeiten kann, bitte melden.
Die Pneumatik hält gut dicht, AAAAAABBBBER: die blaue Pumpe hat so gut wie gar kein Fördervolumen. Zum Heben des Greifarms kann man ruhig einen Kaffee trinken gehen. An den Ventilen und Zylindern kann‘s nicht liegen. Ich habe probeweise eine Handpumpe eingebaut. Dreimal drauf drücken und der Arm ist komplett angehoben.
Hier werde ich entweder die kleine blaue Pumpe durch das Original ersetzen, oder das Ganze auf Handbetrieb umbauen. Elektrisch angetrieben wäre zwar schön, aber die Handpumpe arbeitet auch gegenüber dem originalen 10-mal so schnell, hat also mehr spielwert.

Ansonsten gibt's wirklich nix zu meckern. Kein Teil hat gefehlt, bissl Kleinkram ist übriggeblieben.

Hier noch eine kurze gesamt-Zusammenfassung:


Pro:
- Haltekraft der Technic-Pins (und natürlich auch der restlichen Teile) ist in jeden Fall mehr als ausreichend, um das Set frustfrei aufzubauen und mit dem Teil zu spielen
- L-Motor läuft prima, keine Probleme mit den Kontakten, keine unangenehme Geräuschentwicklung
- mit minimalen Nacharbeiten (Grate entfernen, u.s.w.) läuft die komplette Mechanik einwandfrei
- keine Fehlteile oder defekte Teile. Lediglich ein einziges Teil, das wegen Fertigungsfehler total unbrauchbar war
- farbliche Darstellung der Anleitung für mich unproblematisch
- egal ob als Display-Modell oder zum Spielen, der Arocs schaut einfach klasse aus (hat zwar nix mit Lepin zu tun, sollte aber erwähnt werden)

Contra:
- Pneumatik-Pumpe leistet viel zu wenig
- Rutschkupplung zu schwergängig
- Mercedes-Stern um 90° gedreht aufgedruckt
- ein paar lose baumelnde Teile
- manchmal müssen Teile wegen Fertigungstoleranzen aufeinander abgestimmt werden


FAZIT:
Bis auf die leistungsschwache Pumpe überzeugt mich das Set voll und ganz. Ich musste mich während des kompletten Aufbaus selten über irgendwas ärgern. Wenn was nicht 100% gepasst hat, konnte man es mit einfachsten Mitteln schnell ausbessern.
Man vergisst beim Bauen sehr oft, daß man auf der dunklen Seite der Steine baut.
Hat mir sehr viel Spaß gemacht das Set aufzubauen.

Ganz klare Kaufempfehlung hierfür (und bitte gleich die originale blaue Pumpe mit dazu kaufen)

Bei Fragen: fragen!


Servus!
Stefan
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the cake is a lie!

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