Ich habe mir - wie vor einiger Zeit geschrieben - zum ersten Mal ein Set bei BlueBrixx bestellt. Die in diesem Review vorgestellte Lokomotive BR 218 der Deutschen Bahn. Diese Lok wurde seit 1968 von der Deutschen Bahn genutzt und war zeitweise die häufigste genutzte Diesellokomotive. So kam ich schließlich Anfang der 2000er Jahre dazu, regelmäßig in von ihr gezogenen bzw. geschobenen Zügen von der und zur Schule zu fahren. Jahrelang hat mich diese Lok fasziniert und ich hätte sie mir fast mal im H0-Maßstab von Märklin gekauft - wenn ich mich nicht für Lego entschieden hätte und konsequenterweise der Meinung war und bin, dass ein Sammel-Laster reicht.
Hier gibt es Infos zur Lok bei Wikipedia.
Hier gibt es das Produkt bei BlueBrixx. Beim Klicken dieses Links und anschließendem Kauf erhält das Forum eine kleine Provision - Affliate Link. Gerne nutzen!
Weil das Set mein erstes von BlueBrixx (und bei BlueBrixx bestellt) ist, werde ich auch auf ein paar kleine Nebensächlichkeiten eingehen, die für mich neue Erfahrungen waren. Los geht es daher mit dem Öffnen des Kartons:
(Die Texte zum jeweiligen Bild finden sich unter dem Bild.) Die Größe des Kartons ist aus meiner Sicht optimal gewählt. Es ist nicht maximal komprimiert im Fast-Vakuum, wie wir es aus China direkt kennen und auch nicht 80% Luft wie bei Lego.
Kleiner Seitenhieb an die OVP-Liebhaber: Die Lok wird in OVP verschickt.
Alle sechzehn Tüten waren heil (keine Bauabschnitte). Es lagen lediglich die beiden Magnetkupplungen lose (aber ohne Probleme und unbeschädigt) bei. Doch halt, was ist das? Ein einzelner 1x2 Plate in rot purzelt aus dem Karton raus. Nochmal gecheckt: Alle Tüten unversehrt und ohne Loch. Hat sich wohl so rein verirrt. Mal schauen, ob ich den später noch brauche, vielleicht wurde er dann extra noch beigelegt. Ich werde das auf jeden Fall noch nachberichten.
Fangen wir an: Die Lok braucht eine eigene (abgerundete) Grundplatte. Diese ist nicht, wie gerne bei Lego, in einem Stück gegossen, sondern wird in unzähligen Teilen zusammengebaut. Sieht stabil aus, ist aber so, wie sie auf dem Foto zu sehen ist, noch leicht gebogen. Dürfte sich aber wenn die restliche Lok darauf gebaut wird, aber wieder gerade werden. (Spoiler: Wurde es.)
Das Fahrgestell wird laut Anleitung 2x benötigt. Es sieht ganz gut aus und ist überwiegend stabil. Kleinigkeit: Die grauen abgerundeten Teile ganz vorne sitzen nur auf einem von drei Studs am Rand. Das ist ein wenig instabil, es fällt aber nichts ab. Später, wenn das Fahrwerk mit der Grundplatte verbunden ist, merkt man das aber auch nicht mehr. Selbst beim Bespielen der Lok dürfte nichts passieren.
Die Magnetkupplungen schätze ich übrigens recht gut ein. Als die beiden mitgelieferten zusammen"klebten", habe ich beim Abziehen einen guten, aber nicht zu starken, Widerstand gehabt. Dürfte also auch was ziehen können (noch nicht praxiserprobt).
Sind Grundplatte und Fahrgestelle fertig und miteinander verbunden, beginnen wir mit dem Führerstand (auf beiden Seiten). Schade, hier wurde die Chance vertan, das Teil, auf dem die Bedienungsinstrumente und Tacho wären, zu bedrucken. Aufkleber gibt es auch keine. Hier ist schlichtweg nichts außer grau, siehe Foto. Aber: Von außen sieht man das am Ende eh nicht. Wobei... Wozu dann überhaupt Inneneinrichtung und Sitzplatz für den Lokführer? Richtig, gehört einfach dazu, auch wenn ein Kind die Lok bespielen will! Schade!
Ein kleiner Zwischenstand. Bislang sieht alles gut aus. Die Klemmkraft ist äußerst zufriedenstellend. Keine Teile, die leicht abfallen, keine die mit unheimlich viel Kraft angedrückt werden müssen. Auf den Noppen hätte auch Lego stehen können. Gute Qualität!
Die Lok ist motorisierbar. In der Grundplatte war bereits zu sehen, dass eine 2x2-Öffnung für Kabel gelassen wurde. Ein Motor wird nicht mitgeliefert, aber dafür ist ein Dummy für den Platz des Motors eingeplant und eingebaut.
Kleinigkeit nebenbei: Die 1x2-Bricks haben alle in der Mitte unten nichts. (Mir fehlt der Begriff dafür.) Das kenne ich von Lego nur von den frühen Legosteinen aus den 60er und 70er Jahren. Verändert aber nicht die gute Klemmkraft. Daher nur etwas unnützes Wissen am Rande.
Weiterer Bauzwischenstand. Bislang ist weiterhin alles gut. In diesem Bild werden erstmalig Fensterscheiben genutzt. Diese waren für mich und meine Ansprüche äußerst zufriedenstellend. Ich habe keine Kratzer erkannt und lediglich Fingerabdrücke gesehen. Ich habe die Fenster beim Anbau und Ansehen halt viel betatscht...
Achso, falls sich jemand nebenbei gefragt haben sollte, warum da eine gedruckte Anleitung liegt. Die liegt nicht bei. Ich habe mir, da ich das ganz nett fand, mit meinem Farblaserdrucker die Anleitung (96 Seiten, doppelseitig gedruckt also nur noch 48) ausgedruckt und meiner Buchbindemaschine gebunden. War ganz nett, aber den Aufwand am Ende nicht wert. Drucken und Binden hat fast genauso lange gedauert, wie der Aufbau. War aber ein netter Versuch, zumal ich mein Tablet, das ich alternativ hätte nehmen können, eh auch noch hätte aufladen müssen.
Das Führerhaus ist sicherlich mit eines der markantesten Erkennungsmerkmale dieser Lok. Mit ihm steht und fällt das gesamte Design der Lokomotive. Ich denke, dies ist dem Designer aber sehr gut gelungen, der Wiedererkennungswert ist ganz klar gegeben. Die Abrundungen passen auch und selbst die Lichter der Lok, hier mit Ferngläsern gebaut, sind gut gelungen. Daumen hoch!
Fast komme ich mir blöd vor, da ich bislang nur am Loben bin. Ich hatte aus dem Forum den Eindruck mitgenommen, BlueBrixx sei der Teufel und alles was die machen irgendwie scheiße. Und überhaupt, sie hören zwar auf die Wünsche der AFOLs/AFOBs, aber wollen damit auch noch Geld verdienen. Zu deutschen und nicht chinesischen Maßstäben...
Gut, kleines Statement am Rande, weiter gehts mit erstmaliger Kritik: Auf dem Foto gut zu erkennen, hier sind bei drei von acht Fenstern noch Spritzreste. Das ist nicht ganz sauber. Für mich aber auch kein Problem, ich habe mir ein Cutter-Messer genommen und konnte mit eigentlich gar keinen Mühen die Reste abschneiden und entsorgen. Dauer: Keine 90 Sekunden für alle drei zusammen, inklusive Messer holen. Also: Der Vollständigkeit halber erwähnt und nicht weiter drüber gemeckert.
Aber irgendwas stimmt mit den Fenstern nicht so richtig. Die scheinen leicht zu biegen, hier sieht man es an den quer gebauten Seitenwänden der Lok.
An dieser Stelle aber noch kein Problem, da abschließend eine Verbindungswand (hier links) angebaut wird und alles gerade und stabil ist. Hinweis: Auf dem Foto hatte ich die Noppen noch nicht festgedrückt, daher ist hier eine Lücke zu sehen. Die kann beseitigt werden.
Aber gleiche Feststellungen habe ich auch bei den Fenstern kurz vor dem Führerhaus. Da hier aber das rote Fenster ist und dieses an der Seite keine Noppen hat, gibt es hier nichts zum Befestigen. Schade! Hier ist es leicht gebogen, das bekam ich auch nicht hundertprozentig weg. Man sieht es am fertigen Produkt nicht mehr, aber wie es sich verschiebt, wenn die Lok bespielt wird oder einfach nur im Kreis fährt, muss ein Praxistest (in diesem Review nicht vorhanden) zeigen müssen.
Die Lok ist schließlich fertig. Hier kann man auch sehen, wie die eben besagte Stelle (hier links, allerdings auf der anderen Lok-Seite ohne rotem Fenster) leicht übersteht. Später habe ich das, wie gesagt, bisschen besser begradigen können, aber das ist mit bisschen Kraftaufwand und Mut zum (minimalen) Verbiegen des Fensters verbunden.
Die Lok ist aber insgesamt sehr schön. Am Ende beim stabilen Dach, das auch abnehmbar ist, um z.B. den Lokführer reinzusetzen, gefällt mir z.B. der Schornstein sehr gut, der dieser Baureihe auch einen Wiedererkennungswert verleiht. Dieser wurde mit kleinen "Silberbarren" gebaut. Einzig optimierbare Sache dabei: Statt leicht glänzendem Silbergrau wäre die einheitliche Farbe darkgrey wie beim Rest des Daches perfekt. Ich würde aber sagen, der Laie, der sich mit Legosteinen wenig auskennt und nicht auf jedes Detail achtet (z.B. das Kind, das damit spielt), wird das gar nicht bemerken oder zumindest bemängeln.
Leicht gedrehte Sicht mit Front und nettem Schatteneffekt.
Ach, und da war ja noch was: Übrig gebliebene Teilchen. Tatsächlich hat sich die rote 1x2 Plate wohl versehentlich in den Karton verirrt. Ich hoffe, sie fehlt jetzt niemand anderem.
Fazit:
Ich bin sehr zufrieden mit diesem Set von BlueBrixx. Auf Grund der ganzen Texte und Infos in diesem Forum war ich am Anfang etwas misstrauisch und habe mit deutlich Schlimmeren gerechnet. Für einen Preis von 35,04 € (mit 19% [acronym=Mehrwertsteuer]MWST[/acronym]./Deutschland: 35,95 €) zzgl. Versand bei 781 Teilen empfinde ich dieses Set nicht überteuert (0,04 € pro Teil).
Zum gleichen Preis erhält man diese Lok noch in zwei weiteren Farbvarianten: Elfenbein-Ozeanblau und Elfenbein-Purpurrot. Beide Varianten gab es auch zeitweise im Einsatz (insbesondere Elfenbein-Ozeanblau, dem Vorgänger (vereinfacht dargestellt) vom hier präsentierten und aktuellem Verkehrsrot, Elfenbein-Purpurrot war nur ein Einzelstück, welches einen gewissen Legendenstatus erhalten hat. Das wird im Präsentationsvideo von BlueBrixx nicht ganz deutlich, ist aber am Ende auch unerheblich und vielleicht nur unnützes Freak-Wissen. Jedenfalls ist es grundsätzlich sehr gut nachvollziehbar, dass BB diese drei Farbvarianten gewählt hat. Ich habe mich persönlich für Verkehrsrot entschieden, weil die Loks zu meiner Zeit damals schon genau so fuhren.
Wer Eisenbahnen (in Klemmbausteinform) mag und auch deutsche Varianten fahren lassen möchte, hat hier eine klare Kaufempfehlung.
Übrigens, kleine Service-Dienstleistung, weil ich gerade nicht so viel zu tun habe: Bei Lego wird viel kritisiert, dass nur so wenige Steine pro Bauschritt gebaut werden. Diesen Eindruck hatte ich subjektiv hier nicht. Und mit Zahlen untermauert: 6,22 Teile pro Bauschritt im Durchschnitt (dabei wurden Bauabschnitte mit "2x" Kennzeichnung nur einfach gezählt). Ich fühle mich nicht unterfordert.
Was jetzt noch fehlt: Ich denke, ich werde mal prüfen, ob ich dem Führerstand eine passende bedruckte Fliese spenden kann. Mal sehen, ob Bricklink was hergibt. Vermutlich schmeiße ich auch mal meinen Drucker an und drucke mir kleine Sticker mit DB-Logo aus. Wenn das nicht klappt, darf der Steindrucker noch einmal ran. Ich denke, damit kann die Lok noch besser aussehen.
Die ähnliche Lokomotive BR 232 von BlueBrixx habe ich auch noch hier liegen.
Auf die freue ich mich schon sehr, vielleicht folgt da die Tage dann auch noch ein Review.
Ich hoffe, euch hat dieses Review Freude bereitet und - falls das Set für euch in Frage kommt - zur Kaufentscheidung beigetragen.


