[Review] Mould King - 13090 - Mclaren P1

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gethema
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[Review] Mould King - 13090 - Mclaren P1

Beitrag von gethema » vor 3 Wochen

Review Mould King 13090

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TL;DR: Optisch beeindruckendes Modell von Bruno Jensen, das sowohl Porsche als auch Bugatti technisch in den Schatten stellt. Mould King liefert hier insgesamt eine gute Qualität des MOCs ab, verspielt jedoch in einigen Disziplinen die Bestnote in Hinblick auf Fehler in der Bauanleitung und fehlenden bzw. falschen Teilen. Nichtsdestoweniger verdient sich der P1 eine Kaufempfehlung, insbesondere, wenn er nur als Display-Modell gedacht ist.

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Modell: Mould King 13090 aka Mclaren P1

Original MOC Designer: Bruno Jensen (brunojj1)

Bezug: Yourwobb

Preis: rund 90€

Version: statisch (keine PF)

Anzahl Teile: rund 3.230

Abmessungen: 58x25x15

Sticker: ja, ein Sheet mit 10 Stickern (durchschnittliche Qualität)

Qualität der Teile (allgemein – Liftarme, Paneele, Konnektoren): gut bis sehr gut

Qualität der Teile (Technik – Pins, Zahnräder, Achsen): befriedigend bis gut

Qualität der Bauanleitung (Abbildungen, Druck, Verständlichkeit, Umfang der Bauschritte): sehr gut

Qualität der Bauanleitung (Korrektheit, frei von Fehlern): befriedigend

Anzahl falsche/fehlende Teile: rund 20

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Nachdem ich vor Kurzem bereits das Icarus Supercar von Madoca in der Mould King-Variante (13067) aufgebaut habe, war die logische Steigerungsstufe der Mclaren P1 von Bruno Jensen. Als MOC mit rein Lego Teilen schon fast halb so teuer wie ein Original P1 ( ;-) ), bietet Mould King gottseidank eine Alternative für den schmaleren Geldbeutel an – einmal mit PF und einmal ohne (PF inkl. Umrüstkit auch separat bestellbar). Ich habe mich für letztere entschieden, da das Modell ein reines Displayset werden sollte.

Mit knapp 3.300 Teilen bewegt sich der Mclaren rein von der Teileanzahl fast auf Augenhöhe mit dem Bugatti (3.600 Teile), und natürlich somit auch, was die Bauzeit betrifft. Insgesamt habe ich für den reinen Aufbau schätzungsweise drei Tage á je 6h gebraucht, nicht mit eingerechnet die Zeit für Modifikationen und Verbesserungen. Auch wenn sich in Hinblick auf die Symmetrie des Autos natürlich viele Schritte wiederholen, war der Aufbau insgesamt kurzweilig und bis auf einige Ausnahmen über weite Strecken sehr interessant und problemlos. Dazu beigetragen hat insbesondere die modulare Bauweise des Modells, die ich zwar in gewisser Weise schon vom Bugatti kannte, aber beim Mclaren aus meiner Sicht auf eine neue Stufe gehoben wird.

So ist das Modell grundsätzlich in sieben Module unterteilt, man beginnt bei der Front und arbeitet sich dann schrittweise Richtung Heck und verbindet die einzelnen Sektionen miteinander. An dieser Stelle ein Lob an Mould King, die die 7 großen Bauabschnitte in 7 Tüten mit den entsprechend benötigten Bauteilen vorsortiert haben – das erleichtert das Bauen wirklich ungemein (im Gegensatz zum (Decool) Bugatti, wo man alles auf einmal öffnen muss)! Diese Bauweise hat den Vorteil, dass es vglw. platzsparend ist, da immer nur an einem Abschnitt gebaut wird, anstatt die ganze Zeit am immer größer werdenden Modell arbeiten zu müssen (und ja, er ist groß!  ). Ein Nachteil ist jedoch, dass es mitunter mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl verbunden ist, die einzelnen Blöcke ineinander zu stecken. Insbesondere wenn mehr als 10 Steckverbindungen und Achsen von einem Modul ins entsprechende Gegenüber des anderen Moduls geführt werden wollen, kann es schon eine schweißtreibende Angelegenheit werden, zumal speziell bei den späteren Modulen die Sichtbarkeit der Steckverbindungen zwischen den einzelnen Abschnitten nicht die allerbeste ist.

Abhilfe schafft hier zumeist die Bauanleitung, die auch bei schwierigen Schritten z.B. durch zusätzliche Abbildungen (von unterschiedlichen Blickwinkeln) genau darstellt, was wie verbunden werden muss. Auch sonst gibt es hier wenig Anlass zur Kritik – die Haptik und Druckqualität der drei Hefte ist sehr gut, Abbildungen sind ausreichend groß dimensioniert und einzelne Schritte auch nicht zu überladen, aber auch nicht unterfordernd. Bekanntlich legt ja Mould King auch Teile in unterschiedlichen Farben bei, die es beim dänischen Hersteller so in der Regel nicht gibt – so auch bei diesem Modell (schwarze und orange 2er Achsen, Pins, etc.). Diese lassen sich selbst bei weiß und hellgrau bzw. dunkelgrau und schwarz gut voneinander unterscheiden – es gibt also ausreichend visuelle Unterscheidungsmöglichkeit bei ähnlichen Farben.

Ein paar Schnitzer leistet sich die Anleitung aber dann doch, und einer davon ist aus meiner Sicht wirklich schwerwiegend. Kann man über Pins, die von einem auf den anderen Bauschritt die Farbe ändern oder plötzlich verschwunden sind, noch hinwegsehen, ist die falsche Abbildung des Aufbaus der Höhenverstellungs- und Luftbremsenmechanik in Modul 4 ein gravierendes Problem. Folgt man der Anleitung, verbindet man hier nämlich vorgenannte Funktionen mit der Lenkung, was zur Folge hat, dass sich die Funktionen gegenseitig sperren und nichts mehr funktioniert. Schuld ist hier ein Zahnrad an der falschen Stelle bzw. eine Achse, die ohne Unterbrechung durch den Boden des Fahrzeugs geführt wird. Hier dürfte der Mould King Designer geschlafen haben, denn wenn man im Zuge des Baus nicht selbst drauf kommt und nicht danach wieder alles auseinander bauen will, geht mit diesem Fehler der ganze Bau- und Spielspaß flöten.

Durch Bilder- und Videostudiums des Originals von Bruno konnte ich den Fehler gottseidank korrigieren. Nicht oder nur bedingt korrigieren konnte ich jedoch die gegenüber dem Original fehlenden bzw. falsch verwendeten Bauteile – so sind Paneele mal schwarz statt orange, Zahnräder in der falschen Größe und die unterseitige Stabilisierung der Motorhaube fehlt bspw. gleich komplett, sodass Nase und Lufteinlässe (Paneele) ohne Fixierung in der Luft hängen. Auch wenn es in Summe der Teile und Bauschritte nicht so sehr ins Gewicht fällt, ist es doch etwas ärgerlich, zumal es immer aufhält, wenn man wieder mal adequaten Ersatz in der Wühlkiste suchen oder sich eine eigene Baulösung ausdenken muss.

Ein Wort noch zur Qualität der Teile: im Gegensatz zu Lepin, Decool und Co ist die Teile-Qualität und –Passgenauigkeit bei Mould King vergleichsweise insgesamt gut, bezogen auf weniger kritische Bauteile wie Liftarme, Konnektoren oder Paneele sogar sehr gut (auch keine Produktionsrückstände und Kratzer auf den großen Paneelen!). Die Teile weisen keine Farbschwankungen, Ungenauigkeiten oder abstehende Grate auf; Paneele sind durchgehend matt, der Rest Hochglanz. In Hinblick auf die Qualität der Achsen, Zahnräder und Pins sieht das Fazit nicht ganz so positiv aus: erstere sind grundsätzlich etwas schwergängig im Vergleich zu den Originalen von Lego; insbesondere bei größeren Zahnrädern hat man den Eindruck, dass diese auf der Längsachse eine Spur zu breit sind und so gern mal an angrenzenden Liftarmen schleifen – besonders wenn auf engem Raum gebaut wird. Die Pins sind bei den Chinesen ja bekanntlich immer eine Sache für sich, unterm Strich sind es jedoch wieder einmal die verhältnismäßig schwergängigen und (zu) festsitzenden blauen und tlw. auch schwarzen Pinne – manche Verbindung hält hier sicher für die Ewigkeit ;-).

Zum Modell selbst: wie auf den Bildern zu sehen, sieht das Endresultat meiner Meinung nach fantastisch aus – kein anderes Modell schafft es, so nahe ans Original zu kommen. Und das ist bei der einzigartigen Linienführung des P1 keine einfache Aufgabe, die jedoch über die Kombination verschiedener Designelemente geschickt gelingt und ihn immer wieder zum Blickfang macht. Dass dabei auch eine Menge Technik drinnen steckt, wird auf den ersten Blick gar nicht so deutlich, da die Funktionen und deren „Schalter“ (Zahnräder) gut versteckt sind. Durch Öffnen der Motorhaube lassen sich die Höhenverstellung für Vorder- und Hinterräder sowie die Mechanismen für die beiden Flügeltüren (separat) bedienen; die Steuerung ist über das Lenkrad im Cockpit oder mittels der HoG-Steuerung auf dem Armaturenbrett möglich und betätigt gleichzeitig – wenn der beschriebene Fehler in Bauabschnitt 4 vermieden wurde – die Luftbremse des ausfahrbaren Heckspoilers. Letzterer lässt sich durch ein Zahnrad hinter den Sitzen nach Abnehmen der Heckklappe ausfahren – diese Funktion ist jedoch bei meinem Modell relativ schwergängig, vermutlich, da die beiden Kardan-Gelenke in den Extendern zu enge Beugewinkel haben.

Zusammenfassend bin ich mit dem Bau und dem fertigen Modell zufrieden. Der Fehler in der Anleitung ist gravierend und sollte nach Möglichkeit unbedingt vermieden werden. Fehlteile sind störend, idR aber kein großes Problem (zumindest bei Yourwobb, da einfach nachbestellbar), insofern sie nicht zum Showstopper werden – da macht sich sonst ein großer Fundus bezahlt. Angesichts im Vergleich zum Original MOC moderatem Preis und guter Teile-Qualität Empfehlung für alle, die nach Porsche und / oder Bugatti eine neue Herausforderung suchen.
Last edited by gethema vor 2 Wochen, edited 2 times in total.

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