[Review] CADA C51021 WW2 Military Motorcycle

Reviews von Sets anderer Hersteller
Benutzeravatar
Crazy_Borg
Sponsor
Sponsor
Beiträge: 36
Registriert: vor 1 Jahr

[Review] CADA C51021 WW2 Military Motorcycle

Beitrag von Crazy_Borg » vor 2 Monate

So, dann stelle ich doch auch mal ein Set vor.

Es handelt sich um das CADA deTech C51021w "WW2 Military Motorcycle"

Wie man unschwer erkennen kann, sehr stark von BMW R75 / Zündapp k750 inspiriert, aber mehr dazu später.

Einleitung und Lieferumfang
Das Set ist für knapp 50-60$ bei Aliexpress gelistet, TomTop hatte es vor kurzem im Angebot für knapp 39€ inkl.
Klingt nicht ganz günstig für nur 629 Teile, allerdings sollte man bedenken dass dort R/C Power Functions dabei sind. Von den bei Lepin hört man ja eher schlechtes (Kontaktprobleme), aber Versuch macht klug.
Hab eines Nachts eher aus Neugier zugeschlagen.

Erste Überraschung:
Am 26.07. bestellt, am 04.08. schon im Briefkasten. Das war fix. :paket:
Paket kam von einer deutschen Absenderadresse.

Nächste Überraschung:
Kam in Retailverpackung.
Karton hat beim Transport etwas gelitten, ist aber stabil.
War nur ein dünner Luftpolsterumschlag drumherum.
CADA_01.jpg
CADA_02.jpg

Im inneren ist ein stabiler, oben offener Kartoneinsatz drin. Da ging nichts kaputt.
Die Retailverpackung ist interessant: Man beachte die Stuka im Hintergrund, die über keinerlei Verfassungsunfreundliche Symbole verfügt. Auch ist der Karton vollständig in englischer Sprache, auf der Unterseite sind Warnhinweise in 15 verschiedenen Sprachen, dazu ein "echtes" CE Zeichen. Könnten die glatt hierzulande so in den Laden stellen, wenn sie wollten.
DoubleEagle heißt die Stammfirma, CADA (und nicht wie häufig zu lesen CADFI) wohl deren Klemmbausteinschiene.
Auf dem Karton sind die Powerfunctions aufgelistet: Servomotor, L-Type Motor, Batteriebox, Infrarot Empfänger und nanu? Keine Fernbedienung? Doch, die ist nur nicht gelistet, ist aber dabei.
CADA_03.jpg
In der Box sind dann 14 Tüten. Zwar nummeriert, aber nicht Bauschrittweise sondern sortensortiert.
Die Felgen und Reifen lagen lose drin. Jedes Powerfunctions Teil in einer eigenen Tüte. Batterien sind übrigens keine dabei.
Die beiden großen Tüten beinhalten Liftarme, Platten und Flügelteile.
Die Verteilung ist etwas konfus, Liftarme sind nach Länge sortiert: 3er in der kleinen Tüte, mittlere und "geknickte" in der einen großen, lange und T/L-förmige in der 2. großen. Achsen z.B. sind quer über alle Tüten verteilt.
Ein Steinetrenner in transparenten Blau ist auch dabei. ;)


Anleitung

Anleitung war komischerweise leicht zerfleddert, ist aber OK. Der Aufkleberbogen ist zwar gerade, aber wie üblich passen die Farben überhaupt nicht zu den Steinen. 3 Balkenkreuze, Tankdeckel, Blinker und Nummernschild. Kommen also nicht drauf.
In der Anleitung lag noch ein Beiblatt wie die Batterien einzusetzen sind. Die Anleitung hat 87 Seiten, auf den letzten Beiden sind alle Teile aufgelistet.
CADA_04.jpg
Set hat fast 100 schwarze Pins und nochmal 70 blaue. Da kommt Freude auf wenn gut ein Viertel der Teile nur Verbinder sind...
Die Anleitung ist klar bebildert und leicht verständlich. Druckqualität dagegen eher mau und schwankt von Seite zu Seite.
Nur die aktuellen Teile des Schritts werden in Farbe dargestellt, der Rest grau. Auf den ersten Blick toll, aber...
Vor Beginn des Einbaus der Power Functions soll man deren Funktion testen, es wird einem erklärt wenn man das Modell drehen soll, teilweise werden Module gebaut und mit vielen Abbildungen gezeigt wo und wie man die verbinden muss.
Größenabbildungen von im jeweiligen Schritt notwendigen Achsen und Liftarmen sind unten auf jeder Seite in 1:1 Maßstab abgebildet, welcher auch passt. Sogar Verlegewege für die Kabel werden vorgezeigt.
1A, da kommt jeder mit klar.

Aufbau

Der Aufbau ist in 2 Teile gegliedert: A-Motorrad / B-Beiwagen

...und gleich bei Baubeginn fängt man an zu Fluchen.
Die Farbwiedergabe der Anleitung ist miserabel. Schwarz und Nato-Oliv sind die Hauptfarben, und viele der Liftarme liegen in beiden Farben vor. Sind aber im Druck so gut wie nicht zu unterscheiden. :wtf:
CADA_05.jpg
Manchmal erkennt man die NATO-Oliv Teile als Braunton (!). Manchmal sehen sie aus wie schwarz. Manchmal sehen die schwarzen Teile aus als hätten sie einen Braunstich. Am Anfang wird die letzte Seite dein bester Freund, aus der Anzahl der Teile kann man dann schließen ob da ein schwarzes oder olives Teile Sinn macht. Auch die Fotos auf der Verpackung helfen.
Ich musste gegen Ende ein paar mal umbasteln, weil dort zuviel schwarz und zu wenig olive über blieb.
Nehmt die PDF von der offiziellen Seite, damit erspart ihr euch den Ärger.

Schwierigkeitsgrad ist LEGO Niveau. Manche Bauschritt haben gerade mal 1 oder 2 Teile. Einige interessante Bautechniken gibt es, der Lenkservo wird so verbaut dass er quasi wie ein Teil des Motors aussieht, schräg nach oben. Die Lenkung erfolgt dann über eine Schubstange zur Vorderradgabel. Die Schutzbleche bestehen aus 2 Softaxles auf die jeweils kurze Liftarme gezogen werden.
Den korrekten Biegeradius muss man nach Augenmaß einrichten, zumindest für das Hinterradblech gibt es Schaubilder.

Qualität der Steine ist super. Keine fiesen Grate, Haltekraft der Pins sehr gut, Achsen in der korrekten Länge und nicht verbogen.
Allerdings weisen die großen Platten diverse Kratzer auf. Mir egal, passt zum Look. CADA druckt übrigens auf jedes Teil stolz seinen Namen.
CADA_06.jpg
Power Functions funktionieren übrigens 1A. Batterien braucht man 8x AA. Ich hab leider keinen Vergleich zur LEGO. Der Lenkservo hat gefühlt einen kurzen Lag und die Knüppel der Fernbedienung kaum Weg. Der Knüppel bewegt sich also nicht vorwärts wenn man dagegen drückt sondern knackt nur kurz.

Der Bau geht zügig voran und Bauspaß ist da...
...bis man zur Vorderachsgabel kommt.
Meine Herren, wer hat sich denn den Schwachsinn ausgedacht? :wallbash:
CADA_07.jpg
Da federt genau nichts. Das Schutzblech ist aktives Teil der Federung! Sobald man die Feder etwas eindrückt hängt der Reifen am Schutzblech, weil da nur hauchdünn zwischen Platz ist. Und wenn er ausfedert hat er sich so verformt dass das Blech nun irgendwo am Reifen schleift. 1A Fehlkonstruktion.
Dann fummelt man wieder länger an den Softaxles herum bis nichts mehr schleift. Großer Spaß!

Auch sonst machen sich ein paar (historische) Enttäuschungen breit:
Ist ein 4 Zylinder, dabei waren die Vorbilder doch beides nur 2 Zylinder. Egal, die tollen (roten!) Kolben welche sich bewegen sieht man eh nicht, weil da ein weiterer Zylinderblock als ??? davor gesetzt wird. Und die Spannung der recht steifen Schläuche drücken die immer wieder ab. Auspuffrohr gibts, ist aber nicht mit dem Motor verbunden. da hätte man doch einfach den einen Schlauch ein Stück länger...aber nein.
Auch ein Differential wie beim Vorbild gibt es nicht. OK, Limited-Slip-Diffs gibt es als Legostein nicht, also wird es wohl eine durchgehende Achse.
Ähem...wieder falsch. Angetrieben ist nämlich nur das Hinterrad vom Motorrad. Obwohl der Motor im Beiwagen sitzt. Das Beiwagenrad läuft einfach mit. :|
Findige Bastler dürften das aber Ruckzuck hinbekommen, im Beiwagen ist genug Platz den Motor etwas zu versetzen und dann eine Achse durchzuführen, und für ein Differential gibt es auch schon eine passende Stelle.
CADA_08.jpg
Am Ende wird der (durch Motor und Batteriebox sehr schwere) Beiwagen an das Motorrad geklippst, wobei die Antriebsachse vom Motorrad blind in den Beiwagenmotor gesteckt werden muss. Danach wirkt das ganze kurz etwas labberig. Aber gleich darauf wird einem gezeigt wo die Kabel entlanggeführt werden sollen und es wird ein zweiter Boden von unten eingeklippst, zwischen denen die Kabel liegen. Sehr schicke Lösung.
Der Empfänger sitzt übrigens etwas locker im Beiwagen Fußraum, und man muss am Ende das Kabel vom Servo noch dran stecken. Wenn man dicke Finger hat muss man dazu den oberen Teil des Beiwagen kurz abbauen, klappt aber ganz easy.


Bauabschluss und Probefahrt
Probefahrt war erfolgreich. Das Eigengewicht des Motorrads ist leicht genug so dass die Frontgabel nicht groß federn muss. Dementsprechend klappt Fahren ohne dauerndes Schutzblech-Nachbiegen. Für Stunts ist das Bike eh etwas zu langsam. Die Front des Beiwagens ist wieder eine Softaxlekonstruktion und funktioniert so wunderbar als federnder Stoßfänger.
Die Batteriebox sitzt unter dem Ersatzrad, welches hochgeklappt werden kann. Die Box ist dann an 4 Pins fest und lässt sich relativ leicht zum Batteriewechsel entnehmen.
Die Lenkung über die Schubstange funktioniert überraschend gut.

Übrig geblieben sind eine handvoll Pins, sonst hat alles gepasst.
CADA_10.jpg
Ein paar der Teile sehen etwas anders aus als bei Lego.
CADA_09.jpg
Ein paar Liftarmen am Ende soll man für einen Ständer zusammenbauen, womit das Bike dann einen halben Meter in der Luft hängt. Vielleicht um am stehenden Modell die Funktionen zu zeigen, sieht aber selten dämlich aus.
Aufkleber sind wie gesagt farblich unpassend, daher drauf verzichtet.

Fazit
CADA_11.jpg

Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung. Mein Tipp ist eben nur nach PDF zu bauen. :thumup:
Qualität der Teile ist Spitze, und das ganze Modell ist am Ende sehr stabil. Da fällt nichts ab (außer diese Zylinderaufsätze...) und man kann es problemlos hochheben.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Macht sich gut in der Vitrine, Spielspaß ist auch da. Wer will kann sich ja noch eine MG auf den Beiwagen basteln...
Die Tank- und die Beiwagenverkleidung aus den Flügeln sieht sehr schick aus. Und ja: Das Modell hat sogar einen Sattel (take that, Lego!)
CADA_12.jpg
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
words are cheap...words come and go

Dieses Thema hat 5 Antworten

Du musst registriertes Mitglied und eingeloggt sein, um die Antworten in diesem Thema anzusehen.


Registrieren Abmelden
 

Werbung