Marke: BlueBrixx-Special
Hersteller-Nr: 102633
Ich habe bislang noch kein Review hierzu gefunden, daher habe ich einfach selbst eines verfasst
Ich habe bislang fast alle Personenwagen von Bluebrixx aufgebaut, zuerst dem Silberling, über Rheingold-Waggons bis hin zum TEE. Bei den verwendeten Bautechniken konnte ich dabei eine gewisse Entwicklung feststellen: War der Silberling noch etwas simpler gestrickt – vor allem beim Dach – haben mich Rheingold und TEE durchaus begeistert. Mit einer entsprechenden Erwartungshaltung ging ich also an den Bau des Pop-Wagens.
Schon beim Bau der Grundplatte wird klar: Das wird „a longs Vehikel“. Im Innenraum finden zeitgemäße braun-beige Möbel ihren Platz. Lobenswert: Die Anleitung spart sich die Fahrgestelle bis zum Schluss auf, das ergibt auch Sinn.
Schon in Schritt 15 geht es an das erste Seitenteil. Hier weicht die Konstruktion deutlich von den bisherigen Waggons ab. Die Seiten werden auf den Grundkörper aufgebaut und nicht nachträglich angesetzt. Meinen Eindruck hierzu möchte ich vorziehen: Nein, das gefällt mir nicht so gut, das Bauen ist filigraner und ungleich schwieriger. Das hängt vor allem mit den Türen zusammen, denn untypischerweise hat Bluebrixx dieses Mal tatsächlich Türen spendiert, die man öffnen kann! Konstruktiv ist das Ganze leider etwas wacklig und der Öffnungs- bzw. Schließvorgang gelingt auch eher unfein und hakelig.
Ein Teil macht dazu auch noch Probleme: Einer der vier 1x1 Technik-Bricks ist irgendwie schon ab Werk mit Stressmarken versehen und so hält auch das rote Rücklicht nicht. Ich habe mir vorübergehend mit einem Lampenstein beholfen.
Beim Bau der Fenster in der 2. Klasse, die aus Bricks und Plates bestehen, zeigt sich ein skurriler Gussfehler: eine 1x2 Plate hat zusätzliches Material an der Innenkante, sie lässt sich daher nicht verbauen. Ersatz ist zum Glück vorhanden. Erfreulich ist auch, dass die 1x2 Bricks in trans-clear alle identisch ohne Mittelstift enthalten sind – bei den Schienenbusmodellen hatte ich da immer gemischte Steine erhalten, was ein wenig skurril aussieht. Für den Bau von Fenstern finde ich die Variante ohne Stift besser.
Richtig gut ist, dass Bluebrixx inzwischen die Eisenbahnfenster anbietet, mit solchen in dunkelgrün wird die 1. Klasse ausgestattet. Einige wenige der Scheiben sind ein wenig verkratzt, das ist schade, fällt aber auch nicht arg auf. Der Wagenkörper ist somit schnell fertig gestellt, als nächste Herausforderung folgen die beiden Dachteile.
Das erste Teil für die 1. Klasse wirft keine Fragen auf. Das Dachteil lässt sich auch einigermaßen gut aufsetzen. An einer Stelle wird eine 1x3 Plate eingesetzt, diese landet auf der inneren Tür der angedeuteten Küche. Leider funktioniert das beim zweiten Teil so gar nicht. Dieses wird fast identisch aufgebaut, mit der 1x3 Plate an der gleichen Stelle (Schritt 89). Nur sitzt die Küche der 2. Klasse an anderer Stelle und die Plate beißt sich mit den L-förmigen Plates, auf die das Dach aufgesetzt wird. Hier waren ein paar Umbaumaßnahmen notwendig, an dieser Stelle sollte Bluebrixx die Anleitung noch einmal überdenken.
Das zweite Dach einzusetzen, ist gar nicht einfach – da alles am Wagenkörper durch eine leichte Biegeneigung ein wenig Spannung aufbaut, reißt man schnell Teile zusammen, das ist ein wenig kritisch. Wenn es dann am Ende zusammen ist, hält man einen stabilen Prügel in der Hand. Wobei – der äußerste Bereich mit den Türen bleibt recht wackelig, da er ausschließlich über die Grundplatte mit dem Wagenkörper verbunden ist. Ich habe das experimentell an der 2. Klasse umgebaut und eine weiße Plate im unteren Bereich versetzt montiert. Mit der Folge, dass sich diese Türen nicht mehr öffnen lassen – was mich nun wahrhaftig nicht stört.
An Unterbau und Fahrgestellen gibt es nichts Besonderes zu bemerken, das ist guter Standard. Die Gestelle drehen sich etwas arg weit, gleiches Phänomen wie bei den Rheingoldwagen, das kann beim Hantieren nerven. Hier muss ich auch ein Fehlteil beklagen: es war doch tatsächlich eine kleine schwarze Fliese zu wenig enthalten.
Fazit: Unterm Strich ein schöner Waggon von beachtlicher Länge, der leider konstruktiv gegenüber seinen Brüdern abfällt. Ich fände eine Konstruktion ganz ähnlich der Rheingoldwaggons besser – in der Realität waren die doch auch sehr nah verwandt, wenn ich mich nicht irre. Der Bau ist dadurch herausfordernder, was dem einen oder anderen ja das gewisse Extra an Klemmspaß bereitet, andere jedoch auch frustrieren könnte. Ich gehe davon aus, dass der orangene Popwagen identisch gebaut wird – den nehme ich mir dann irgendwann vor, wenn es ihn dann gibt.


